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Hikinghero - ein Naturfreund unterwegs.


Juni 2024
Mai 2024
April 2024

Die Dauner Maare und das Große Schlitzohr

Glückliche Umstände verschafften mir die Gelegenheit, den heutigen Tag in der Vulkaneifel zu verbringen. Und was könnte da naheliegender sein als eine Wanderung rund um die berühmten Dauner Maare - die anerkennend auch die "Augen der Eifel" genannt werden. Alle drei liegen in fußläufiger Nähe zueinander und lassen sich durch diese 20-km-Runde gut miteinander verbinden.Gestartet bin ich an der Mainzer Straße in Daun. Hier gibt es zwar nur eine kleine Anzahl von Parkplätzen, die aber dafür kostenlos sind. Schon nach wenigen Schritten stieß ich - völlig ungeplant - auf die Route des Eifelsteigs. Der steht sicherlich auch noch komplett auf meiner Agenda. Heute aber waren die Begegnungen mit seinem farbenfrohen Logo reiner Zufall.Ich strebte also in südliche Richtung aus Daun heraus, um nach anderthalb Kilometern auf das 1870 errichtete Kriegerdenkmal zu stoßen. Schöne Pfade führen hier durch den Wald und etwas später auch oberhalb des Dauner Kurparks entlang. Nach Überquerung der Lieser und einer Landstraße folgt ein erster Anstieg auf das ringsum bewaldete "Gemündener Maar" zu, das sich auf einem urigen und gemütlichen Uferweg komplett umrunden lässt.Schon schließt sich der nächste Aufstieg an. Logisch, da die Dauner Maare ihre Existenz allesamt der früheren vulkanischen Aktivität verdanken und ihre damaligen Kraterränder noch heute für ein anspruchsvolles Höhenprofil sorgen. Am höchsten Punkt lässt sich zudem der Dronke-Turm besteigen - als sei der 561 Meter hohe Mäuseberg, auf dem er steht, noch nicht hoch genug. Und vorausgesetzt, man ist mitsamt Rucksack in der waghalsig engen Wendeltreppe nicht steckengeblieben, bietet die Aussichtsplattform eine absolut tolle Aussicht - besonders auf das Gemündener Maar zurück und dessen imposanter Hügelkulisse.Nun gelangt man durch ein Schutzgatter auf eine Wiese, wo eine Gruppe Esel grast und sich nicht im geringsten von den vorüberziehenden Wanderern stören lässt. Dafür öffnet sich bald der erste Blick auf das nächste, "Weinfelder Maar", das fast 80 Meter höher liegt als das vorangegangene. Und auch hier führt ein durchgängiger und absolut lohnenswerter Pfad ringsherum. Im Anschluss wird die L 64 überquert, wo eine Schautafel den überraschend großen Höhenunterschied zwischen den drei hiesigen Maaren veranschaulicht. Dann leitet ein wieder abwärts führender Pfad zum "Schalkenmehrener Maar", flächenmäßig das größte aller drei. Unterbrochen werden die um ihn herum meist flach abfallenden Wiesen nur durch die Ortschaft Schalkenmehren und durch ein nicht zugängliches Schilf- und Sumpfgebiet an seiner östlichen Seite.Was nun folgt, ist ein recht zäher Aufstieg. Anfangs bis zur Farnhütte noch moderat, entwickelt sich dann besonders der letzte Teil bis auf die Bergkuppe zu einer wahren Plackerei. Dann endlich, am Maarer Kreuz angekommen, darf die phänomenale Aussicht genossen werden: Auf das Schalkenmehrener Maar und die namensgebende Ortschaft hinter ihm. Nach diesen wahrhaftigen Höhenflügen setzt nun der Rückweg ins Tal ein, auch über weite, sanfte Wiesenhänge hinunter. Dabei führt er geradewegs zur Trasse des Maare-Mosel-Radwegs, der auch für Wanderer die beste Möglichkeit darstellt, von hier aus zurück nach Daun zu gelangen. Das ist vor allem dem "Großen Schlitzohr" zu verdanken, einem alten, 560 Meter langen Eisenbahntunnel, der die (wenn auch asphaltierte) Fahrradtrasse zur unschlagbaren Lösung macht. Ansonsten nämlich gäbe es nur deutlich unattraktivere und an Landstraßen vorbeiführende Routen.Nach zwei Kilometern sollte man die Möglichkeit nutzen, die Trasse zugunsten einer unbefestigten Waldroute wieder zu verlassen. Der sich zu einem spannenden Pfad entwickelnde Weg mündet dann - gleich zu Füßen des Viadukts - an der Mehrener Straße in Daun, von wo aus es mitten durch die geschäftsreiche Stadt zurück zum Ausgangspunkt geht.Start- und Zielpunkt: Mainzer Straße, 54550 Daun.

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März 2024
Februar 2024
Januar 2024

Die Haard (93) Rennberg & Farnberg: Ein Revival der Türme-Runde

Nach der wochenlangen Tristesse aus dunklen Wolken und nicht enden wollenden Regens verspürte ich mal wieder Lust, meine geliebte Haard aufzusuchen. Aber nicht nur das! Denn der für heute angekündigte klare Himmel bot gleichzeitig auch gute Voraussetzungen für einen malerischen Sonnenaufgang. So bestand mein eigenes Zutun für dieses lohnenswerte Ereignis nur noch darin, pünktlich auf einem der beiden Aussichtstürme zu stehen. Und in sowas bin ich - wie viele von Euch mittlerweile wissen dürften - geübt.Wenn man am Flaesheimer Wanderparkplatz "Dachsberg" die kürzeste Route zum Rennberg wählt, ist der dortige Feuerwachturm schon nach 1,6 Kilometern zu erreichen. Dies war heute wegen der anfangs noch vorherrschenden Dunkelheit dann auch meine bevorzugte Option. Auf der obersten Plattform angekommen, pfiffen mir sogleich die eisigen Böen des starken Ostwinds um die Ohren. Unten zwischen den Bäumen kaum zu spüren, wirkten die regulären minus sieben Grad hier oben mehr als doppelt so kalt. Aber egal, das Szenario der im nächsten Moment am Horizont aufgehenden Sonne war dafür unschlagbar. Als weiteres hatte ich mir vorgenommen, nach ewig langer Zeit mal wieder beide Aussichtstürme auf einer Route miteinander zu verbinden. Von einer solchen hatte es nämlich (trotz meiner so zahlreichen Besuche hier) bislang nur zwei gegeben. Ich nahm also Kurs auf den Farnberg, und damit auch auf den nächsten Aussichtsturm. Während die orange leuchtende Sonne jetzt durch die kahlen Bäume schien, folgte ich dem Pfad zunächst den Rennberg hinunter und dann weiter, bis er auf den linealgeraden "Flaesheimer Meilerweg" mündete. Über den gelangte ich bis "Sankt Johannes" und dem gewaltigen Holzkreuz. Wenig später hielt ich mich links, um wieder die Richtung zum Farnberg einzuschlagen. Und hier war es pures Glück, dass der Waldboden schon gefroren war, ansonsten wäre ich auf diesem Abschnitt hoffnungslos im Schlamm versunken. Dann tauchte der Aussichtsturm vor mir auf, und natürlich erklomm ich auch ihn. Die Luft war so klar wie selten, denn diesmal war sogar das Horizont-Observatorium auf Halde "Hoheward" in Herten zu erkennen. Ab hier führte mein Weg nun wieder nach Norden, dessen erster Teil bis zur Ahsener Allee dann auch exakt jener Route entsprach wie auf meiner ersten Turm-Runde im Jahr 2016 mit Ausgangspunkt "Mutter Wehner". Die zweite Variante übrigens, mit der ich beide Türme verband, war ein Jahr später mein sogenannter "Magic Hike", der auf einer 32 Kilometer langen Runde zu allen sehenswerten Punkten der Haard führt. Und im Jahr 2019 dann der vorläufige Schlusspunkt: mit einer quer durch die Haard verlaufenden Streckentour von Marl-Sinsen bis nach Haltern am See. Heute dagegen musste ich nun aber zu meinem Ausgangspunkt in Flaesheim zurück. Ist also die Ahsener Allee überquert, beginnt wenig später mit dem nach rechts abgehenden und vorübergehend steil ansteigenden Weg eine der schönsten Routen, die die Haard in Nord-Süd-Richtung zu bieten hat. Immer geradeaus, führt der Pfad über den Moosberg und - nach Bewältigung ein paar kleinerer unwegsamer Stellen - in Sichtweite des Flaesheimer Baggersees vorbei. Schließlich leitet ein kleiner Pfad linkerhand den letzten Kilometer bis zum Parkplatz ein. Und auf dem Weg dorthin lässt sich zwischenzeitlich noch ein Blick auf die Flaesheimer Kirche "St. Maria Magdalena" werfen. Start- und Zielpunkt: Wanderparkplatz "Dachsberg", 45721 Haltern am See (Flaesheim).

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Dezember 2023
November 2023

Die Nienberger Höhen und Vorbergs Hügel

Eigentlich wollte ich mir nur ein wenig die Beine vertreten. Mit einer gemütlichen 10-km-Tour im Münsterland, auf der ich stattdessen in ein völlig unerwartetes, aber erlebnisreiches Wanderabenteuer geriet. Denn während diese Runde auf der digitalen Landkarte noch ganz unscheinbar wirkte, überraschte sie in der Realität mit zwei richtig spannenden Passagen. Los ging es am Friedhofsparkplatz von Münster-Nienberge, von wo aus ich gleich mit dem mutmaßlich "unattraktivsten" Teil der Runde, einem zwei Kilometer langen Wirtschaftsweg, startete. Das klingt jetzt deutlich negativer als er wirklich ist, aber letztlich muss ich ihn auch in den direkten Vergleich zu den hochkarätigen Erlebnissen stellen, die später noch folgten. Wenn es an dem kleinen Unterstand rechts ab geht, wird die Sache allmählich spannend, denn ab hier nähert man sich dem westlichen Einstieg in das Naturschutzgebiet "Vorbergs Hügel". Wie durch eine Art Laubengang betritt man den Wald, der als "Nienberger Höhen" das Kernstück des Schutzgebietes darstellt. Während der eigentliche, gut ausgebaute Weg aber nur um das Waldstück herumführt, wirkte ein auf der Karte eingezeichneter und mitten hindurchführender Pfad dagegen viel verlockender auf mich. Allerdings ist er vom Hauptweg aus kaum zu erkennen. Meine Vermutung bestätigte sich: Denn nachdem man sich hier nur kurz durch die dichthängenden Zweige gearbeitet hat, eröffnet sich einem diese traumhafte Waldidylle erst so richtig. Und gleich wird klar, dass der schmale Pfad kaum noch begangen wird. Mehrfach verliert er sich im Unterholz, aber meist lässt sich die Spur schon nach wenigen Schritten wiederfinden. Der kleine Gröverbach hilft anfangs noch ein wenig bei der Orientierung. Ja, der Pfad ist wunderbar - aber stellenweise auch knifflig. Denn er führt teils über steile Hangbereiche des Gröverbachs hinweg, die durch den ergiebigen Regen der letzten Tage gerade jetzt sehr aufgeweicht und rutschig waren. An anderen Stellen sorgt Bruchholz immer wieder für kleinere Hindernisse. Und im weiteren Verlauf folgen durch Traktoren oder andere Großmaschinen schwer beschädigte Wegabschnitte. Wobei ich mich fragte, wie so etwas in einem Naturschutzgebiet überhaupt möglich sein kann. Aber weder dem Abenteuerfaktor noch dem Naturerlebnis tut das einen entscheidenden Abbruch. Allerdings gelangt man bald auf den deutlich besser begehbaren Wanderweg zurück, der sich wenig später durch den östlich angrenzenden Wald zu schlängeln beginnt. Und auch der gehört zum Naturschutzgebiet, das hier allerdings ein Mal von der L 529 durchschnitten wird. Auf der "Gasselstiege" hat man dann die Wahl: Entweder man macht es sich einfach und folgt schlicht dem Hauptweg. Oder man entscheidet sich für den rechts abgehenden Waldpfad und damit für die zweite Herausforderung dieser Tour. Denn auch wenn der Schlamm, während es den Hang hinauf geht, erneut für rutschige Verhältnisse sorgte - waren die nichts im Vergleich zum späteren Abstieg. Und den muss man am höchsten Punkt von der Wiese aus erst einmal finden - oder sich alternativ (wie ich es tat) ein Stück durch die Büsche schlagen. Echten Pfadliebhabern dürfte das Herz auf dieser kurzen, aber intensiven Passage jedenfalls höher schlagen - auch weil es vor Wieder-Erreichen der Gasselstiege noch einmal jede Menge Bruchholz und einige tückische Wasserstellen zu bewältigen gibt. Wenn kurz darauf die asphaltierte Straße in Sicht kommt, sind alle Widrigkeiten gemeistert. Auf dem anschließenden Wanderweg führt die Route nun ganz entspannt über eine kleine Anhöhe nach Nienberge zurück.Start- und Zielpunkt: Friedhofsparkplatz Nienberge, Am Braaken, 48161 Münster.

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Oktober 2023

Herbstwandern rund um die Margarethenhöhe

Kann man die zurückgewonnene Stunde am Ende der Sommerzeit besser nutzen, als eine kleine Tour durch die herbstlich leuchtende Natur zu unternehmen? Wohl kaum. So wanderten wir heute auf einer 5-km-Strecke rund um die "Margarethenhöhe" - eine Siedlung, die Margarethe Krupp zur Hochzeit ihrer Tochter Bertha im Jahre 1906 stiftete und heute Namensgeberin für einen der wohl schönsten Essener Stadtteile ist - gleich westlich des Grugaparks.Unser heutiges Interesse galt aber mehr dem hügeligen Grüngürtel, der die architektonisch als "Gartenstadt" gestaltete Siedlung fast vollständig  umschließt. Man kann ihn mit den Öffis ebenso gut erreichen wie vom Parkplatz an der Lührmannstraße aus. Und der Besuch lohnt sich, da nicht nur die zahlreichen Wege und Pfade viel Abwechslung bieten. Mit dem Sommerburgteich und dem Halbachhammerteich gesellen sich gleich zwei urige Seen dazu, und gelegentlich ist auch das Plätschern kleiner Bäche zu vernehmen. Der renaturierte Kesselbach passiert auf seinem Fließweg den Halbachhammer, bevor er (wie der Sommerburgbach weiter östlich) in den Borbecker Mühlenbach mündet. Das Fachwerkgebäude des Halbachhammers stand ursprünglich im Siegerländischen Weidenau. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach erwarb es 1915, ließ es an seiner alten Stelle demontieren und 1935/36 an seinen jetzigen Platz betriebsfähig wieder errichten. Seitdem dient es als eine (inzwischen aufwendig restaurierte und unter Denkmalschutz stehende) Außenstelle des Ruhrmuseums. Start- und Zielpunkt: Parkplatz Külshammerweg, 45149 Essen.

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Wasser, Sumpf & Schilf: Das friesländische "De Deelen"

In der weitgehend landwirtschaftlich geprägten Niederländischen Provinz Friesland sticht das Naturschutzgebiet "De Deelen" zwischen den unzähligen riesigen Ackerflächen wie eine Oase heraus. Zwar macht es neben dem "Sneekermeer" und dem Nationalpark "De Alde Feanen" - zumindest im Größenverhältnis - einen vergleichsweise bescheidenen Eindruck. Aber dass der täuscht, merkt man spätestens beim Losgehen - und das ist nur von einem einzigen Wanderparkplatz aus möglich: am Hooivaartsweg.Mit einer blauen und roten Route führen zwei (auch kombinierbare) Wanderwege durch das frühere Torfabbaugebiet, das sich inzwischen zu einem Paradies für unzählige Arten von Wasservögeln entwickelt hat. Die teils schmalen Stege wirken größtenteils gepflegt, aber dann wackelte ein Geländer doch überraschend stark, was den Trip zumindest an diesem Punkt aktuell noch zu einem kleinen Abenteuer werden lassen kann.Ebenso lohnenswert hat sich unser Abstecher zu einem Vogelbeobachtungsstand etwas weiter westlich erwiesen. Auch wenn es eine Sackgasse ist und man den gleichen Weg zurück muss: es wäre ein Fehler, sich diesen Aussichtspunkt entgehen zu lassen. So kamen am Ende 6,5 Kilometer heraus, die uns zum Abschluss unseres Urlaubs noch mal ein tolles Naturerlebnis beschert haben.Start- und Zielpunkt: Hooivaartsweg 4, 8459 ET Luinjeberd (NL)

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Schokland - die einstige Insel (2) Der alte Weiler Emmeloord und der Schokkerbos

Schokland, die "Insel ohne Wasser", hatte mich nicht nur landschaftlich, sondern auch durch ihre überraschend spannende Vergangenheit schnell in ihren Bann gezogen. Umso mehr freute ich mich auf die Fortsetzung, mit der ich heute - nur zwei Tage nach dem südlichen Teil -  nun auch das nördliche Areal des einstigen Eilands erkundete. Den Auftakt bildete ein schmaler Weg, der sich "Plankenpad" nennt. Auf zwei Kilometern Länge führt er geradewegs zu einem ehemals an der nördlichen Spitze Schoklands gelegenen Dörfchen, dessen Name "Emmeloord" in der 1943 zunächst als "Dorf A" auf dem  jungen Nordostpolder neu gegründeten Stadt bis heute weiterlebt. Vom alten Inseldorf übrig geblieben ist dagegen nur das Leuchtturmwärterhaus, während der gegenüber liegende Hafen liebevoll rekonstruiert wurde. Im weiteren Verlauf folgt man dem einst nördlichsten Bogen der Insel auf dem Vluchthavenpad. Der hat seinen Namen nicht von ungefähr, umrundet er doch eine großflächige Wiese, auf der ein US-amerikanischer Pilot am 10.02.1944 seine kurz zuvor über Deutschland angeschossene Boing notlanden musste. Allerdings ließ die damals fehlende Infrastruktur eine Bergung des Flugzeugs nicht zu, weshalb es die nächsten zwei Jahre (nahezu unbeschädigt) im Schlamm festsaß und in dieser Zeit ein beliebtes Ausflugsziel für die Insulaner wurde.Bald wendet sich die Route leicht nach rechts und folgt wenig später dem Saum des "Schokkerbos", während sich auf der anderen Seite eine tiefgrüne Wiese an die nächste reiht. Nach einer kleinen Extrarunde durch den Wald erreichte ich dann den "Gesteentetuin", in dem aus der Eiszeit stammende Steine zusammengetragen wurden, die heute besichtigt werden können. Ein kleines Informationszentrum gibt es auch, das zum Zeitpunkt, als ich vorbeikam, aber noch geschlossen war. Eine spannende Sache wäre sicher auch die Überquerung des nur wenige Meter weiter westlich gelegenen und schilfbewachsenen kleinen Teiches gewesen. Die Oberflächen der schmalen Holzbohlen, über die es hierfür freihändig zu balancieren gegolten hätte, stellten sich aber glatt wie Schmierseife heraus. Entsprechend zog ich es vor, von diesem gewagten Unterfangen Abstand zu nehmen. Stattdessen gönnte ich mir noch eine zusätzliche - und auch lohnenswerte - Waldrunde auf einem schönen grasbewachsenen Weg.Schließlich kommt man aus dem Wald heraus und hat wieder die weitläufige Wiesenlandschaft vor Augen. Erneut dem Waldsaum entlang, geht es nun auf dem letzten Kilometer zurück zum Ausgangspunkt.Schokland - ein wunderbares und reizvolles Wandergebiet mit einer super spannenden Vergangenheit, die hier bis heute spürbar ist. Einen Besuch des Museums, der das Gesamterlebnis abrundet und ein idealer Ausgangspunkt für beide Touren ist, kann ich nur empfehlen.Start- und Zielpunkt: Museumsparkplatz, Middelbuurt 3, 8319 AB Schokland (NL)

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Schokland - die einstige Insel (1) Zwischen Middelbuurt und Ens

Schokland blickt auf eine dramatische Geschichte zurück. Denn immer mehr im Laufe der Zeit hatte die Erosion durch die raue Zuiderzee der schmalen Insel zugesetzt, so dass auch das Leben dort wegen der häufig wiederkehrenden Fluten mit stetig gravierenderen Auswirkungen immer gefährlicher wurde. Im Jahre 1859 dann mussten auch die letzten Bewohner umsiedeln - das kleine Eiland wurde aufgegeben.  Heute sind es die ringförmig angeordneten Bäume, an denen sich die frühere Uferzone erkennen lässt. Denn Schokland hat - zumindest als Insel - aufgehört zu existieren. Nicht, indem das Meer sie verschlang - im Gegenteil. Denn durch den Bau des riesigen Abschlussdeichs gelang es zwischen 1927 und 1932, die Zuiderzee vom offenen Meer zu trennen. So ließ sich bis 1942 mit dem Nordostpolder der erste Bereich einer neu entstehenden Provinz namens "Flevoland" trockenlegen und durch das teilweise Abpumpen der Zuiderzee allein mit diesem Schritt fast 600 Quadratkilometer neues Land gewinnen. Der Wasserspiegel sank - und Schokland wurde Teil des Festlandes.Das Zurückdrängen des Wassers führte aber auch zum Auffinden von Geräten und Töpferwerk, die viele neue Erkenntnisse über die bislang unbekannte Vergangenheit Schoklands und seiner umliegenden Umgebung brachten und eine urzeitliche Besiedlung schon vor 10.000 Jahren belegen. Auch komplette Gräber und Überreste von Häusern, Wohnhügeln, Kirchen und Deichsystemen wurden wiederentdeckt. Das zentral auf der früheren Inselfläche liegende Schokland-Museum informiert heute sehr anschaulich hierüber.Ziemlich beeindruckt von dieser Historie, startete ich also heute am zentral gelegenen Museumsparkplatz, um mir zunächst den südlichen Teil dieser einstigen Insel anzusehen. Hierfür kann man entweder dem "Ruinenpfad" folgen, oder man macht es wie ich und lässt sich auf den etwas weiter östlich verlaufenden Wiesenpfad ein. Der allerdings ist nicht überall gleichermaßen gut erkennbar und kann, je nach vorheriger Wetterlage, auch mal in einem etwas abenteuerlicheren Zustand sein. Mit wasserdichtem Schuhwerk ist man jedenfalls gut beraten. Zu Beginn des Wegs bleibt die "Enserkerk" als herausragender Teil des Schokland-Museums auf der "Middelbuurt" präsent. Während man sich danach weiter durch das gräserne Meer bewegt, kommt der Nachbau eines früher typisch schokländischen Wohnhauses ins Blickfeld, das auf einer kleinen Anhöhe steht. Einen Kilometer weiter trifft man auf die Überreste einer aus dem 14. Jahrhundert stammenden Kirche, die bis 1717 genutzt wurde und zu dem einstigen Inseldörfchen Ens gehörte. Gleich daneben ist auch das Fundament des früheren Leuchtturms am sogenannten "Zuidpunt" erhalten geblieben Dessen Kohlenfeuer auf der offenen Plattform war vom frühen 17. Jahrhundert an  ein wichtiges Seezeichen. Bevor ich von hier aus dem Rückweg antrat, gönnte ich mir noch einen Abstecher an das Ketelmeer, das sich im Zuge der Landgewinnung zwischen dem Nordostpolder und dem späteren, deutlich größeren Flevopolder gebildet hat. Letzterer ist bis heute die größte künstlich erschaffene Insel der Welt.Zurück zum Parkplatz gelangt man über einen bequemen breiten Wanderweg, auf dem sich das wiesenreiche Inselareal noch einmal richtig genießen lässt. Und was in mir schon jetzt große Erwartungen auf meine nördliche Anschlusswanderung weckte.Start- und Zielpunkt: Museumsparkplatz, Middelbuurt 3, 8319 AB Schokland (NL)

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"Waterloopbos" - der geheimnisvolle Polderwald

In diesem Jahr haben wir unseren Urlaub auf dem Niederländischen Nordostpolder bei Emmeloord verbracht. Das schloss natürlich auch ein paar Wanderungen ein. Die fanden damit nicht nur in einer gerade mal vor 80 Jahren dem Meer künstlich abgerungenen Landschaft statt, sondern werden teilweise auch von äußerst spannenden Hintergrundthemen begleitet. Den Auftakt hierzu machte der am Rand des Nordostpolders liegende "Waterloopbos". In diesem Waldgebiet wurden in den 1950er und 60er Jahren maßstabsgetreue Modelle von 35 Wasserwerken nachgebaut, die lange Zeit für wissenschaftliche Untersuchungen dienten. Von den Erkenntnissen profitierten nicht nur Häfen wie Lagos, Istanbul und Bangkok, sondern auch die Küste Dänemarks und - im eigenen Land - der Willemstunnel in Rotterdam, der Hafen von IJmuiden und nicht zuletzt das gigantische Deltaprojekt. Insgesamt wurden hier mehr als 200 verschiedene Studien durchgeführt.Inzwischen hat die Natur das Areal weitgehend zurückzuerobert. Mehrere Wanderwege und -pfade sind entstanden und führen auf einer informativen Runde durch den geheimnisvoll wirkenden Polderwald. So sind spannende Eindrücke in die Geschichte der Wasserbändigung garantiert. Kulinarisch stärken kann man sich übrigens am Ende der etwa 5 Kilometer langen Runde im Besucherzentrum "Het ProefLab".Start- und Zielpunkt: Voorsterweg 34 8316 PT Marknesse (NL)

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