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Hikinghero - ein Naturfreund unterwegs.


Mai 2024
April 2024

Die Dauner Maare und das Große Schlitzohr

Glückliche Umstände verschafften mir die Gelegenheit, den heutigen Tag in der Vulkaneifel zu verbringen. Und was könnte da naheliegender sein als eine Wanderung rund um die berühmten Dauner Maare - die anerkennend auch die "Augen der Eifel" genannt werden. Alle drei liegen in fußläufiger Nähe zueinander und lassen sich durch diese 20-km-Runde gut miteinander verbinden.Gestartet bin ich an der Mainzer Straße in Daun. Hier gibt es zwar nur eine kleine Anzahl von Parkplätzen, die aber dafür kostenlos sind. Schon nach wenigen Schritten stieß ich - völlig ungeplant - auf die Route des Eifelsteigs. Der steht sicherlich auch noch komplett auf meiner Agenda. Heute aber waren die Begegnungen mit seinem farbenfrohen Logo reiner Zufall.Ich strebte also in südliche Richtung aus Daun heraus, um nach anderthalb Kilometern auf das 1870 errichtete Kriegerdenkmal zu stoßen. Schöne Pfade führen hier durch den Wald und etwas später auch oberhalb des Dauner Kurparks entlang. Nach Überquerung der Lieser und einer Landstraße folgt ein erster Anstieg auf das ringsum bewaldete "Gemündener Maar" zu, das sich auf einem urigen und gemütlichen Uferweg komplett umrunden lässt.Schon schließt sich der nächste Aufstieg an. Logisch, da die Dauner Maare ihre Existenz allesamt der früheren vulkanischen Aktivität verdanken und ihre damaligen Kraterränder noch heute für ein anspruchsvolles Höhenprofil sorgen. Am höchsten Punkt lässt sich zudem der Dronke-Turm besteigen - als sei der 561 Meter hohe Mäuseberg, auf dem er steht, noch nicht hoch genug. Und vorausgesetzt, man ist mitsamt Rucksack in der waghalsig engen Wendeltreppe nicht steckengeblieben, bietet die Aussichtsplattform eine absolut tolle Aussicht - besonders auf das Gemündener Maar zurück und dessen imposanter Hügelkulisse.Nun gelangt man durch ein Schutzgatter auf eine Wiese, wo eine Gruppe Esel grast und sich nicht im geringsten von den vorüberziehenden Wanderern stören lässt. Dafür öffnet sich bald der erste Blick auf das nächste, "Weinfelder Maar", das fast 80 Meter höher liegt als das vorangegangene. Und auch hier führt ein durchgängiger und absolut lohnenswerter Pfad ringsherum. Im Anschluss wird die L 64 überquert, wo eine Schautafel den überraschend großen Höhenunterschied zwischen den drei hiesigen Maaren veranschaulicht. Dann leitet ein wieder abwärts führender Pfad zum "Schalkenmehrener Maar", flächenmäßig das größte aller drei. Unterbrochen werden die um ihn herum meist flach abfallenden Wiesen nur durch die Ortschaft Schalkenmehren und durch ein nicht zugängliches Schilf- und Sumpfgebiet an seiner östlichen Seite.Was nun folgt, ist ein recht zäher Aufstieg. Anfangs bis zur Farnhütte noch moderat, entwickelt sich dann besonders der letzte Teil bis auf die Bergkuppe zu einer wahren Plackerei. Dann endlich, am Maarer Kreuz angekommen, darf die phänomenale Aussicht genossen werden: Auf das Schalkenmehrener Maar und die namensgebende Ortschaft hinter ihm. Nach diesen wahrhaftigen Höhenflügen setzt nun der Rückweg ins Tal ein, auch über weite, sanfte Wiesenhänge hinunter. Dabei führt er geradewegs zur Trasse des Maare-Mosel-Radwegs, der auch für Wanderer die beste Möglichkeit darstellt, von hier aus zurück nach Daun zu gelangen. Das ist vor allem dem "Großen Schlitzohr" zu verdanken, einem alten, 560 Meter langen Eisenbahntunnel, der die (wenn auch asphaltierte) Fahrradtrasse zur unschlagbaren Lösung macht. Ansonsten nämlich gäbe es nur deutlich unattraktivere und an Landstraßen vorbeiführende Routen.Nach zwei Kilometern sollte man die Möglichkeit nutzen, die Trasse zugunsten einer unbefestigten Waldroute wieder zu verlassen. Der sich zu einem spannenden Pfad entwickelnde Weg mündet dann - gleich zu Füßen des Viadukts - an der Mehrener Straße in Daun, von wo aus es mitten durch die geschäftsreiche Stadt zurück zum Ausgangspunkt geht.Start- und Zielpunkt: Mainzer Straße, 54550 Daun.

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März 2024
Februar 2024
Januar 2024

Die Haard (93) Rennberg & Farnberg: Ein Revival der Türme-Runde

Nach der wochenlangen Tristesse aus dunklen Wolken und nicht enden wollenden Regens verspürte ich mal wieder Lust, meine geliebte Haard aufzusuchen. Aber nicht nur das! Denn der für heute angekündigte klare Himmel bot gleichzeitig auch gute Voraussetzungen für einen malerischen Sonnenaufgang. So bestand mein eigenes Zutun für dieses lohnenswerte Ereignis nur noch darin, pünktlich auf einem der beiden Aussichtstürme zu stehen. Und in sowas bin ich - wie viele von Euch mittlerweile wissen dürften - geübt.Wenn man am Flaesheimer Wanderparkplatz "Dachsberg" die kürzeste Route zum Rennberg wählt, ist der dortige Feuerwachturm schon nach 1,6 Kilometern zu erreichen. Dies war heute wegen der anfangs noch vorherrschenden Dunkelheit dann auch meine bevorzugte Option. Auf der obersten Plattform angekommen, pfiffen mir sogleich die eisigen Böen des starken Ostwinds um die Ohren. Unten zwischen den Bäumen kaum zu spüren, wirkten die regulären minus sieben Grad hier oben mehr als doppelt so kalt. Aber egal, das Szenario der im nächsten Moment am Horizont aufgehenden Sonne war dafür unschlagbar. Als weiteres hatte ich mir vorgenommen, nach ewig langer Zeit mal wieder beide Aussichtstürme auf einer Route miteinander zu verbinden. Von einer solchen hatte es nämlich (trotz meiner so zahlreichen Besuche hier) bislang nur zwei gegeben. Ich nahm also Kurs auf den Farnberg, und damit auch auf den nächsten Aussichtsturm. Während die orange leuchtende Sonne jetzt durch die kahlen Bäume schien, folgte ich dem Pfad zunächst den Rennberg hinunter und dann weiter, bis er auf den linealgeraden "Flaesheimer Meilerweg" mündete. Über den gelangte ich bis "Sankt Johannes" und dem gewaltigen Holzkreuz. Wenig später hielt ich mich links, um wieder die Richtung zum Farnberg einzuschlagen. Und hier war es pures Glück, dass der Waldboden schon gefroren war, ansonsten wäre ich auf diesem Abschnitt hoffnungslos im Schlamm versunken. Dann tauchte der Aussichtsturm vor mir auf, und natürlich erklomm ich auch ihn. Die Luft war so klar wie selten, denn diesmal war sogar das Horizont-Observatorium auf Halde "Hoheward" in Herten zu erkennen. Ab hier führte mein Weg nun wieder nach Norden, dessen erster Teil bis zur Ahsener Allee dann auch exakt jener Route entsprach wie auf meiner ersten Turm-Runde im Jahr 2016 mit Ausgangspunkt "Mutter Wehner". Die zweite Variante übrigens, mit der ich beide Türme verband, war ein Jahr später mein sogenannter "Magic Hike", der auf einer 32 Kilometer langen Runde zu allen sehenswerten Punkten der Haard führt. Und im Jahr 2019 dann der vorläufige Schlusspunkt: mit einer quer durch die Haard verlaufenden Streckentour von Marl-Sinsen bis nach Haltern am See. Heute dagegen musste ich nun aber zu meinem Ausgangspunkt in Flaesheim zurück. Ist also die Ahsener Allee überquert, beginnt wenig später mit dem nach rechts abgehenden und vorübergehend steil ansteigenden Weg eine der schönsten Routen, die die Haard in Nord-Süd-Richtung zu bieten hat. Immer geradeaus, führt der Pfad über den Moosberg und - nach Bewältigung ein paar kleinerer unwegsamer Stellen - in Sichtweite des Flaesheimer Baggersees vorbei. Schließlich leitet ein kleiner Pfad linkerhand den letzten Kilometer bis zum Parkplatz ein. Und auf dem Weg dorthin lässt sich zwischenzeitlich noch ein Blick auf die Flaesheimer Kirche "St. Maria Magdalena" werfen. Start- und Zielpunkt: Wanderparkplatz "Dachsberg", 45721 Haltern am See (Flaesheim).

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Dezember 2023
November 2023

Die Nienberger Höhen und Vorbergs Hügel

Eigentlich wollte ich mir nur ein wenig die Beine vertreten. Mit einer gemütlichen 10-km-Tour im Münsterland, auf der ich stattdessen in ein völlig unerwartetes, aber erlebnisreiches Wanderabenteuer geriet. Denn während diese Runde auf der digitalen Landkarte noch ganz unscheinbar wirkte, überraschte sie in der Realität mit zwei richtig spannenden Passagen. Los ging es am Friedhofsparkplatz von Münster-Nienberge, von wo aus ich gleich mit dem mutmaßlich "unattraktivsten" Teil der Runde, einem zwei Kilometer langen Wirtschaftsweg, startete. Das klingt jetzt deutlich negativer als er wirklich ist, aber letztlich muss ich ihn auch in den direkten Vergleich zu den hochkarätigen Erlebnissen stellen, die später noch folgten. Wenn es an dem kleinen Unterstand rechts ab geht, wird die Sache allmählich spannend, denn ab hier nähert man sich dem westlichen Einstieg in das Naturschutzgebiet "Vorbergs Hügel". Wie durch eine Art Laubengang betritt man den Wald, der als "Nienberger Höhen" das Kernstück des Schutzgebietes darstellt. Während der eigentliche, gut ausgebaute Weg aber nur um das Waldstück herumführt, wirkte ein auf der Karte eingezeichneter und mitten hindurchführender Pfad dagegen viel verlockender auf mich. Allerdings ist er vom Hauptweg aus kaum zu erkennen. Meine Vermutung bestätigte sich: Denn nachdem man sich hier nur kurz durch die dichthängenden Zweige gearbeitet hat, eröffnet sich einem diese traumhafte Waldidylle erst so richtig. Und gleich wird klar, dass der schmale Pfad kaum noch begangen wird. Mehrfach verliert er sich im Unterholz, aber meist lässt sich die Spur schon nach wenigen Schritten wiederfinden. Der kleine Gröverbach hilft anfangs noch ein wenig bei der Orientierung. Ja, der Pfad ist wunderbar - aber stellenweise auch knifflig. Denn er führt teils über steile Hangbereiche des Gröverbachs hinweg, die durch den ergiebigen Regen der letzten Tage gerade jetzt sehr aufgeweicht und rutschig waren. An anderen Stellen sorgt Bruchholz immer wieder für kleinere Hindernisse. Und im weiteren Verlauf folgen durch Traktoren oder andere Großmaschinen schwer beschädigte Wegabschnitte. Wobei ich mich fragte, wie so etwas in einem Naturschutzgebiet überhaupt möglich sein kann. Aber weder dem Abenteuerfaktor noch dem Naturerlebnis tut das einen entscheidenden Abbruch. Allerdings gelangt man bald auf den deutlich besser begehbaren Wanderweg zurück, der sich wenig später durch den östlich angrenzenden Wald zu schlängeln beginnt. Und auch der gehört zum Naturschutzgebiet, das hier allerdings ein Mal von der L 529 durchschnitten wird. Auf der "Gasselstiege" hat man dann die Wahl: Entweder man macht es sich einfach und folgt schlicht dem Hauptweg. Oder man entscheidet sich für den rechts abgehenden Waldpfad und damit für die zweite Herausforderung dieser Tour. Denn auch wenn der Schlamm, während es den Hang hinauf geht, erneut für rutschige Verhältnisse sorgte - waren die nichts im Vergleich zum späteren Abstieg. Und den muss man am höchsten Punkt von der Wiese aus erst einmal finden - oder sich alternativ (wie ich es tat) ein Stück durch die Büsche schlagen. Echten Pfadliebhabern dürfte das Herz auf dieser kurzen, aber intensiven Passage jedenfalls höher schlagen - auch weil es vor Wieder-Erreichen der Gasselstiege noch einmal jede Menge Bruchholz und einige tückische Wasserstellen zu bewältigen gibt. Wenn kurz darauf die asphaltierte Straße in Sicht kommt, sind alle Widrigkeiten gemeistert. Auf dem anschließenden Wanderweg führt die Route nun ganz entspannt über eine kleine Anhöhe nach Nienberge zurück.Start- und Zielpunkt: Friedhofsparkplatz Nienberge, Am Braaken, 48161 Münster.

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Oktober 2023

Herbstwandern rund um die Margarethenhöhe

Kann man die zurückgewonnene Stunde am Ende der Sommerzeit besser nutzen, als eine kleine Tour durch die herbstlich leuchtende Natur zu unternehmen? Wohl kaum. So wanderten wir heute auf einer 5-km-Strecke rund um die "Margarethenhöhe" - eine Siedlung, die Margarethe Krupp zur Hochzeit ihrer Tochter Bertha im Jahre 1906 stiftete und heute Namensgeberin für einen der wohl schönsten Essener Stadtteile ist - gleich westlich des Grugaparks.Unser heutiges Interesse galt aber mehr dem hügeligen Grüngürtel, der die architektonisch als "Gartenstadt" gestaltete Siedlung fast vollständig  umschließt. Man kann ihn mit den Öffis ebenso gut erreichen wie vom Parkplatz an der Lührmannstraße aus. Und der Besuch lohnt sich, da nicht nur die zahlreichen Wege und Pfade viel Abwechslung bieten. Mit dem Sommerburgteich und dem Halbachhammerteich gesellen sich gleich zwei urige Seen dazu, und gelegentlich ist auch das Plätschern kleiner Bäche zu vernehmen. Der renaturierte Kesselbach passiert auf seinem Fließweg den Halbachhammer, bevor er (wie der Sommerburgbach weiter östlich) in den Borbecker Mühlenbach mündet. Das Fachwerkgebäude des Halbachhammers stand ursprünglich im Siegerländischen Weidenau. Gustav Krupp von Bohlen und Halbach erwarb es 1915, ließ es an seiner alten Stelle demontieren und 1935/36 an seinen jetzigen Platz betriebsfähig wieder errichten. Seitdem dient es als eine (inzwischen aufwendig restaurierte und unter Denkmalschutz stehende) Außenstelle des Ruhrmuseums. Start- und Zielpunkt: Parkplatz Külshammerweg, 45149 Essen.

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Wasser, Sumpf & Schilf: Das friesländische "De Deelen"

In der weitgehend landwirtschaftlich geprägten Niederländischen Provinz Friesland sticht das Naturschutzgebiet "De Deelen" zwischen den unzähligen riesigen Ackerflächen wie eine Oase heraus. Zwar macht es neben dem "Sneekermeer" und dem Nationalpark "De Alde Feanen" - zumindest im Größenverhältnis - einen vergleichsweise bescheidenen Eindruck. Aber dass der täuscht, merkt man spätestens beim Losgehen - und das ist nur von einem einzigen Wanderparkplatz aus möglich: am Hooivaartsweg.Mit einer blauen und roten Route führen zwei (auch kombinierbare) Wanderwege durch das frühere Torfabbaugebiet, das sich inzwischen zu einem Paradies für unzählige Arten von Wasservögeln entwickelt hat. Die teils schmalen Stege wirken größtenteils gepflegt, aber dann wackelte ein Geländer doch überraschend stark, was den Trip zumindest an diesem Punkt aktuell noch zu einem kleinen Abenteuer werden lassen kann.Ebenso lohnenswert hat sich unser Abstecher zu einem Vogelbeobachtungsstand etwas weiter westlich erwiesen. Auch wenn es eine Sackgasse ist und man den gleichen Weg zurück muss: es wäre ein Fehler, sich diesen Aussichtspunkt entgehen zu lassen. So kamen am Ende 6,5 Kilometer heraus, die uns zum Abschluss unseres Urlaubs noch mal ein tolles Naturerlebnis beschert haben.Start- und Zielpunkt: Hooivaartsweg 4, 8459 ET Luinjeberd (NL)

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Schokland - die einstige Insel (2) Der alte Weiler Emmeloord und der Schokkerbos

Schokland, die "Insel ohne Wasser", hatte mich nicht nur landschaftlich, sondern auch durch ihre überraschend spannende Vergangenheit schnell in ihren Bann gezogen. Umso mehr freute ich mich auf die Fortsetzung, mit der ich heute - nur zwei Tage nach dem südlichen Teil -  nun auch das nördliche Areal des einstigen Eilands erkundete. Den Auftakt bildete ein schmaler Weg, der sich "Plankenpad" nennt. Auf zwei Kilometern Länge führt er geradewegs zu einem ehemals an der nördlichen Spitze Schoklands gelegenen Dörfchen, dessen Name "Emmeloord" in der 1943 zunächst als "Dorf A" auf dem  jungen Nordostpolder neu gegründeten Stadt bis heute weiterlebt. Vom alten Inseldorf übrig geblieben ist dagegen nur das Leuchtturmwärterhaus, während der gegenüber liegende Hafen liebevoll rekonstruiert wurde. Im weiteren Verlauf folgt man dem einst nördlichsten Bogen der Insel auf dem Vluchthavenpad. Der hat seinen Namen nicht von ungefähr, umrundet er doch eine großflächige Wiese, auf der ein US-amerikanischer Pilot am 10.02.1944 seine kurz zuvor über Deutschland angeschossene Boing notlanden musste. Allerdings ließ die damals fehlende Infrastruktur eine Bergung des Flugzeugs nicht zu, weshalb es die nächsten zwei Jahre (nahezu unbeschädigt) im Schlamm festsaß und in dieser Zeit ein beliebtes Ausflugsziel für die Insulaner wurde.Bald wendet sich die Route leicht nach rechts und folgt wenig später dem Saum des "Schokkerbos", während sich auf der anderen Seite eine tiefgrüne Wiese an die nächste reiht. Nach einer kleinen Extrarunde durch den Wald erreichte ich dann den "Gesteentetuin", in dem aus der Eiszeit stammende Steine zusammengetragen wurden, die heute besichtigt werden können. Ein kleines Informationszentrum gibt es auch, das zum Zeitpunkt, als ich vorbeikam, aber noch geschlossen war. Eine spannende Sache wäre sicher auch die Überquerung des nur wenige Meter weiter westlich gelegenen und schilfbewachsenen kleinen Teiches gewesen. Die Oberflächen der schmalen Holzbohlen, über die es hierfür freihändig zu balancieren gegolten hätte, stellten sich aber glatt wie Schmierseife heraus. Entsprechend zog ich es vor, von diesem gewagten Unterfangen Abstand zu nehmen. Stattdessen gönnte ich mir noch eine zusätzliche - und auch lohnenswerte - Waldrunde auf einem schönen grasbewachsenen Weg.Schließlich kommt man aus dem Wald heraus und hat wieder die weitläufige Wiesenlandschaft vor Augen. Erneut dem Waldsaum entlang, geht es nun auf dem letzten Kilometer zurück zum Ausgangspunkt.Schokland - ein wunderbares und reizvolles Wandergebiet mit einer super spannenden Vergangenheit, die hier bis heute spürbar ist. Einen Besuch des Museums, der das Gesamterlebnis abrundet und ein idealer Ausgangspunkt für beide Touren ist, kann ich nur empfehlen.Start- und Zielpunkt: Museumsparkplatz, Middelbuurt 3, 8319 AB Schokland (NL)

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Schokland - die einstige Insel (1) Zwischen Middelbuurt und Ens

Schokland blickt auf eine dramatische Geschichte zurück. Denn immer mehr im Laufe der Zeit hatte die Erosion durch die raue Zuiderzee der schmalen Insel zugesetzt, so dass auch das Leben dort wegen der häufig wiederkehrenden Fluten mit stetig gravierenderen Auswirkungen immer gefährlicher wurde. Im Jahre 1859 dann mussten auch die letzten Bewohner umsiedeln - das kleine Eiland wurde aufgegeben.  Heute sind es die ringförmig angeordneten Bäume, an denen sich die frühere Uferzone erkennen lässt. Denn Schokland hat - zumindest als Insel - aufgehört zu existieren. Nicht, indem das Meer sie verschlang - im Gegenteil. Denn durch den Bau des riesigen Abschlussdeichs gelang es zwischen 1927 und 1932, die Zuiderzee vom offenen Meer zu trennen. So ließ sich bis 1942 mit dem Nordostpolder der erste Bereich einer neu entstehenden Provinz namens "Flevoland" trockenlegen und durch das teilweise Abpumpen der Zuiderzee allein mit diesem Schritt fast 600 Quadratkilometer neues Land gewinnen. Der Wasserspiegel sank - und Schokland wurde Teil des Festlandes.Das Zurückdrängen des Wassers führte aber auch zum Auffinden von Geräten und Töpferwerk, die viele neue Erkenntnisse über die bislang unbekannte Vergangenheit Schoklands und seiner umliegenden Umgebung brachten und eine urzeitliche Besiedlung schon vor 10.000 Jahren belegen. Auch komplette Gräber und Überreste von Häusern, Wohnhügeln, Kirchen und Deichsystemen wurden wiederentdeckt. Das zentral auf der früheren Inselfläche liegende Schokland-Museum informiert heute sehr anschaulich hierüber.Ziemlich beeindruckt von dieser Historie, startete ich also heute am zentral gelegenen Museumsparkplatz, um mir zunächst den südlichen Teil dieser einstigen Insel anzusehen. Hierfür kann man entweder dem "Ruinenpfad" folgen, oder man macht es wie ich und lässt sich auf den etwas weiter östlich verlaufenden Wiesenpfad ein. Der allerdings ist nicht überall gleichermaßen gut erkennbar und kann, je nach vorheriger Wetterlage, auch mal in einem etwas abenteuerlicheren Zustand sein. Mit wasserdichtem Schuhwerk ist man jedenfalls gut beraten. Zu Beginn des Wegs bleibt die "Enserkerk" als herausragender Teil des Schokland-Museums auf der "Middelbuurt" präsent. Während man sich danach weiter durch das gräserne Meer bewegt, kommt der Nachbau eines früher typisch schokländischen Wohnhauses ins Blickfeld, das auf einer kleinen Anhöhe steht. Einen Kilometer weiter trifft man auf die Überreste einer aus dem 14. Jahrhundert stammenden Kirche, die bis 1717 genutzt wurde und zu dem einstigen Inseldörfchen Ens gehörte. Gleich daneben ist auch das Fundament des früheren Leuchtturms am sogenannten "Zuidpunt" erhalten geblieben Dessen Kohlenfeuer auf der offenen Plattform war vom frühen 17. Jahrhundert an  ein wichtiges Seezeichen. Bevor ich von hier aus dem Rückweg antrat, gönnte ich mir noch einen Abstecher an das Ketelmeer, das sich im Zuge der Landgewinnung zwischen dem Nordostpolder und dem späteren, deutlich größeren Flevopolder gebildet hat. Letzterer ist bis heute die größte künstlich erschaffene Insel der Welt.Zurück zum Parkplatz gelangt man über einen bequemen breiten Wanderweg, auf dem sich das wiesenreiche Inselareal noch einmal richtig genießen lässt. Und was in mir schon jetzt große Erwartungen auf meine nördliche Anschlusswanderung weckte.Start- und Zielpunkt: Museumsparkplatz, Middelbuurt 3, 8319 AB Schokland (NL)

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"Waterloopbos" - der geheimnisvolle Polderwald

In diesem Jahr haben wir unseren Urlaub auf dem Niederländischen Nordostpolder bei Emmeloord verbracht. Das schloss natürlich auch ein paar Wanderungen ein. Die fanden damit nicht nur in einer gerade mal vor 80 Jahren dem Meer künstlich abgerungenen Landschaft statt, sondern werden teilweise auch von äußerst spannenden Hintergrundthemen begleitet. Den Auftakt hierzu machte der am Rand des Nordostpolders liegende "Waterloopbos". In diesem Waldgebiet wurden in den 1950er und 60er Jahren maßstabsgetreue Modelle von 35 Wasserwerken nachgebaut, die lange Zeit für wissenschaftliche Untersuchungen dienten. Von den Erkenntnissen profitierten nicht nur Häfen wie Lagos, Istanbul und Bangkok, sondern auch die Küste Dänemarks und - im eigenen Land - der Willemstunnel in Rotterdam, der Hafen von IJmuiden und nicht zuletzt das gigantische Deltaprojekt. Insgesamt wurden hier mehr als 200 verschiedene Studien durchgeführt.Inzwischen hat die Natur das Areal weitgehend zurückzuerobert. Mehrere Wanderwege und -pfade sind entstanden und führen auf einer informativen Runde durch den geheimnisvoll wirkenden Polderwald. So sind spannende Eindrücke in die Geschichte der Wasserbändigung garantiert. Kulinarisch stärken kann man sich übrigens am Ende der etwa 5 Kilometer langen Runde im Besucherzentrum "Het ProefLab".Start- und Zielpunkt: Voorsterweg 34 8316 PT Marknesse (NL)

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September 2023

Die Haard (91) Glücksmomente auf dem Farnberg

Die Haard, was sonst? Auch wenn es an diesem Tag in erster Linie gar nicht so ums Wandern ging. Dennoch war unser Ziel der Farnberg, den wir heute (ausnahmsweise mal) von einem möglichst nahe gelegenen Parkplatz aus erreichen wollten. Denn: zwei Kilometer sind es mindestens bis dort. So starteten wir am Stimbergpark und betraten den in die Haard hineinführenden Pfad bei absoluter Dunkelheit. Mit Stirnlampe auf dem Kopf und Leckereien im Rucksack zog es uns zur Aussichtsplattform des Feuerwachturms in 39 Meter Höhe, wo wir es uns noch einmal so richtig gut gehen lassen und den bevorstehenden Sonnenaufgang genießen wollten. So wie kürzlich an jenem frühen Sommermorgen auf dem Rennberg. Ja, und auch diesmal wurde es ein magischer Moment - die aufgehende Sonne, die friedliche Stille. Wir hoben das Glas und stießen an. Auf die Liebe und das Leben. Auf die Natur, die uns so viel schenkt und all die Menschen, die uns nahestehen. Und auch jene, die mir gerade in diesen Wochen besonders Mut geben. Von mir aus hätte es ewig so weitergehen können. Aber auch heute kam der Punkt, an dem wir uns losreißen mussten. Der Alltag rief, und mit ihm viele Dinge, die sich zur Zeit im Umbruch befinden. Der Rückweg führte uns um die höchste Erhebung des Farnbergs herum und über einen gemütlichen Weg zurück. Das Morgenlicht leuchtete durch die Blätter, der Wald war zum Leben erwacht.

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Der Deilbachsteig (2) Hopscheiderberg und die Idylle am Bösenbach

Während meine erste Etappe auf dem Deilbachsteig noch von dichtem Nebel geprägt war, zeigte sich heute nicht das kleinste Wölkchen am Himmel. Und auch die Temperaturen schossen mit bis zu 30 Grad noch einmal so richtig nach oben. Entsprechend geriet schon kurz hinter Langenberg der erste Anstieg zu einer schweißtreibenden Sache. Daran änderte auch das schattige kleine Bachtal des Wewersbeek nichts. Erst nach fünf Kilometern, wenn in Hopscheiderberg der für heute höchste Punkt überschritten wird, ist der mühsamste Teil bewältigt. Dafür öffnen sich nun mehrfach einige tolle Panoramablicke. Einer ihrer schönsten ist der über eine Hangwiese hinweg, wo sich der Pfad an einem Waldsaum entlang schlängelt. Und auch die beiden Sendemasten von Langenberg prägen immer wieder das Bild. Hinter einem weiteren kleinen Wohngebiet dauert es nicht lange, bis die Route auf einen schmalen Pfad wechselt. Der ist zur Zeit ziemlich verwildert, was hier ein paar tückische Stolperfallen erst relativ spät erkennen lässt. Aber zur abfallenden Hangseite hin ist das Gelände weitgehend mit Zäunen gesichert. Dank der dichten Vegetation merkt man übrigens kaum, dass der Pfad hier im Grunde mitten durch einen Industriekomplex führt. In Sichtweite passiert man den Nierenhofer Bahnhof, und schon geht es - nach einem kleinen Stück auf dem Deilbachradweg - wieder aus dem Ort hinaus. Jene Radtrasse sehen wir später wieder, doch zwischendurch wendet sich der Weg noch einmal einem richtig grandiosen Waldgebiet zu. Aktuell jedoch nicht ohne Wermutstropfen, denn fast alle Wegelogos sind auf diesem Abschnitt von irgendwelchen Idioten unkenntlich gemacht oder entfernt worden.Am kleinen Bossenbach entlang kommt man zurück zum Deilbachradweg. Und der leitet spätestens ab Höhe der "Hundebrücke" ein für Wanderer recht langweiliges Stück ein. Denn bis man wieder den nächsten unbefestigten Waldweg erreicht, folgen zwei sich ziemlich dahinziehende Asphalt-Kilometer durch ein Industriegebiet. Aber dann wird es noch mal richtig schön: Der schattige Wald kehrt zurück, und mit ihm einige weitere Höhenmeter. Am Ende leitet der Priemhauser Weg am Asbach entlang zurück in die ersten Wohngebiete von Kupferdreh. Nach dem Überqueren der A 44 wartet hinter einem Park der letzte kleine, bewaldete Abschnitt, bevor der Baldeneysee in Erscheinung tritt. Und hier gab es für mich nicht nur mit dem Baldeneysteig ein Wiedersehen, sondern auch - kurzzeitig und nur für wenige Meter - mit dem Bergischen Weg, den ich als eines meiner schönsten Wanderabenteuer erst wenige Wochen zuvor abgeschlossen hatte.Fazit: Für den Deilbachsteig hätte ich mir häufigere Begegnungen mit seinem namensgebenden Bach gewünscht. Davon abgesehen hat man es mit einer landschaftlich absolut tollen, wenn auch anstrengenden Route zu tun. Diese lässt sich (bezieht man den Bahnhof "Nierenhof" mit ein), aber problemlos auch in 3 oder 4 Etappen aufteilen. So oder so: Eine klare Empfehlung zum Nachwandern!Startpunkt: S-Bahnhof "Velbert-Langenberg",Zielpunkt: S-Bahnhof "Essen-Kupferdreh".

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Der Deilbachsteig (1) Die verwunschenen Pfade am Isenberg

Mit dem Deilbachsteig hat Essen bereits seinen vierten Wanderweg ins Leben gerufen. Und auch er präsentiert sich (nach Baldeneysteig, Kettwiger Panoramasteig und Zollvereinsteig) recht anspruchsvoll und höhenmeterreich. Neu ist, dass er im Gegensatz zu seinen Vorgängern erstmals eine Brücke zwischen Ruhrgebiet und Bergisches Land schlägt. Was viele tolle Weitsichten verheißen hätte - wäre da nicht ausgerechnet heute der Nebel gewesen. So kam ich (ursprünglich in Erwartung vieler Fernblicke) stattdessen in den Genuss einer mystisch-geisterhaften Waldstimmung. Und die begann gleich hinter Kupferdreh, das man nach den ersten anderthalb Kilometern, wo ein schmaler Waldsteig beginnt, abrupt hinter sich lässt. Zwei Mal allerdings kehrt man noch zur L439 zurück und muss ihr vorübergehend folgen, was das Naturerlebnis vorübergehend unterbricht. Sonst aber dominiert der Wald, und dort führt der Weg auch unweit des alten Kaminsockels der früheren Zeche Viktoria entlang. In Niederbonsfeld wendet man sich endgültig von der Landstraße ab, und man darf sich hinter der Kirche St. Engelbert über die ersten nennenswerten Höhenmeter freuen. Die sind teils auf asphaltierten Wirtschaftswegen, aber oft auch auf schönen Waldwegen zu bewältigen. Die Burg Isenberg wird, obwohl sie nahe an der Route liegt, im wahrsten Sinne links liegen gelassen. Aber der superschöne, wenn auch unwegsame Steig auf den Bergrücken hinauf entschädigt mehr als genug dafür. Oben wartet ein herrlicher Kammpfad, dem nun bis nach Velbert-Nierenhof zu folgen ist, und der mich abschnittsweise, wo das Gelände links und rechts des Weges steil abfällt, sogar an die glorreichen Hermannshöhen erinnerte. In Nierenhof angekommen, begann sich dann auch der Nebel zu lichten. Denn dort begann sich die Spitze des ersten Langenberger Sendemasts gerade aus dem sonst fast undurchdringlichen Nebel hervor zu kämpfen.Die Route durch den Ort verläuft - treppauf, treppab - durch ein ruhiges Wohnviertel. Nur südwärts den Ort hinaus muss man erneut ein Stück an der Hauptstraße entlang. Das vergisst man aber schnell, denn auf dem sich anschließenden "Böhmesweg" beginnt unvermittelt der Anstieg auf den 244 Meter hohen Hordtberg. Und der ruft nun ein gehöriges Maß an Kondition ab. Auch hinter der Hüserstraße setzt sich das steile Gelände über Wiesen und Weiden fort. Mit Kuhherden mitten auf dem Weg sollte hier gerechnet werden.Wenig später ist die Bergkuppe erreicht, und mit ihr der Fuß des gewaltigen Sendemastes. Doch schon bald werden die zahlreichen und mühsam erarbeiteten Höhenmeter wieder kassiert, denn der Weg führt genau so steil wieder abwärts. Zunächst noch durch Wald, dann über die asphaltierte "Klippe", bis ins Tal und in die Altstadt von Velbert-Langenberg hinein. Für alle, die den Deilbachsteig wie ich in zwei Etappen laufen wollen, ist hier nach knapp 17 Kilometern der ideale Punkt, den ersten Abschnitt zu beenden. Startpunkt: S-Bahnhof "Essen-Kupferdreh",Zielpunkt: S-Bahnhof "Velbert-Langenberg".

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August 2023

Saarn-Mendener Ruhraue, Witthausbusch & Kahlenbergswald

Nach einer längeren Anfahrt hatte uns nicht der Sinn gestanden, und so war die Wahl auf eine kleine Runde in unserer Nachbarstadt Mülheim gefallen. Die Saarn-Mendener Ruhraue hatte ich ja bereits vor längerer Zeit schon mal durchwandert, aber die Hänge des Kahlenbergswaldes auf der anderen Flussseite warteten bis heute noch darauf, entdeckt zu werden.Der Parkplatz "Weißer Turm" an der Mendener Straße entpuppte sich als idealer Ausgangspunkt. Denn kaum losgewandert, fanden wir uns auf einem urigen Waldpfad wieder, der dem Steilhang neben der Ruhr folgt und zum Mülheimer Bismarckturm führt. Der scheint zwar dauerhaft geschlossen zu sein, dafür gibt es aber in seiner Nähe eine schöne Aussichtskanzel, von der auch die Ruhrtalbrücke zu erkennen ist. Über die Florabrücke und das Ruhrwehr Kahlenberg wechselten wir anschließend auf die westliche Flussseite und gelangten dort in das Naturschutzgebiet der Saarn-Mendener Ruhraue. Dank des immer wieder einsetzenden Nieselregens war hier aber glücklicherweise nicht viel los, und so hatten wir das idyllische Fleckchen mit seinen Wiesen, Tümpeln und Kopfweiden fast für uns allein.Nachdem wir sie zunächst unterquert hatten, kehrten wir über einen Bogen zur Mendener Brücke zurück. Nun überquerten wir sie und erkundeten dann als Abschluss unserer Runde noch den "Witthausbusch", denn auch hier laden recht spannende und teils steile Wege und Pfade zum Wandern ein. Start- und Zielpunkt: Parkplatz "Am Weißen Turm", Mendener Straße, 45470 Mülheim.

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Zwischen Brehminsel und Baldeneysee

Heute noch mal raus! Denn was meine Wanderleidenschaft angeht, wird es aus zeitlichen Gründen in den nächsten Wochen wohl eher schwierig für mich aussehen. Aber vielleicht war es genau auch dieser Grund, weshalb sich unsere kleine 4-Kilometer-Tour sogar noch mal als ein richtiges Highlight anfühlte - auch wenn wir heute lediglich vom Essener Stadtteil Werden bis zum Baldeneysee schlenderten.Die verkehrsreiche Gustav-Heinemann-Brücke bietet bereits einen guten Blick auf die Brehminsel, die im Westen von der Ruhr, und im Osten vom Heyerstrang, einem alten Schleusenkanal, begrenzt wird. Über ihn führt die einzige Brücke auf den "Brehm", wie die Insel im Volksmund auch genannt wird. Sie ist parkähnlich angelegt, besitzt einen alten Baumbestand und lässt sich auf einem etwa einen Kilometer langen Rundweg gemütlich erkunden. Entlang des Heyerstrangs, auf dem auch ganze Schwanenfamilien anzutreffen sind, gingen wir in nördliche Richtung auf das Walzenwehr zu, das den Baldeneysee seit 1933 auf seiner Länge von acht Kilometern aufstaut. Eines der schönsten Fleckchen von Essen und eine wunderbare Wandergegend, wie meine direkte Umrundung und auch die 2017 eingeweihte Höhenroute des Baldeneysteigs (Teil 1 und Teil 2) beweist.So dient hoffentlich auch diese kleine Tour als ein weiterer Beleg für die Schönheit meiner Wahlheimat Essen. Am Regattaturm wechselten wir dann auf die elektrisch betriebene "MS Stadt Essen" und unternahmen mit ihr noch eine entspannte Schiffsrundfahrt über den gesamten Baldeneysee.

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Der Jubiläumsweg Neukirchen-Vluyn (2) Das Hallenhaus, Rayener Berg und die Littard

Auch wenn ich ursprünglich von einem Flachland-Abenteuer sprach: auf dieser zweiten Etappe lässt sich der Jubiläumsweg rund um Neukirchen-Vluyn nun doch ein paar dezente Höhenmeter einfallen. Zuvor aber startete ich pünktlich zur Morgendämmerung genau dort, wo mein erster Teilabschnitt wenige Tage zuvor endete: an der Bushaltestelle "Herkweg", östlich der Stadt.Nachdem ich mich gleich zu Beginn durch einen kurzen Brennesselpfad schlagen musste (schließlich war es mein Anspruch, möglichst konsequent der vorgegebenen Route folgen), geht es kurzzeitig durch ein Wohngebiet von Neukirchen. Dann führt die Herkrathstraße auf die andere Seite der A57 zurück ins Ländliche, wo sich der Balderbruchweg zwischen Maisfeldern hindurch in nördliche Richtung wendet. Kurz streift man ein kleines Industriegebiet, bevor ein unbefestigter, buschgesäumter Pfad parallel zur Autobahn verläuft. Die stört aber kaum, zumal man sie schon bald erneut überquert und dann schnell hinter sich lässt. Hier, zwischen der "Alten Dong" und den "Donkschen Benden", treten wieder die typisch Niederrheinischen Felder und Wiesen in Erscheinung - und mit ihnen die Halde "Norddeutschland": Eine bis ins Jahr 2001 aufgeschüttete Bergehalde, auf deren Plateau sich (nach einem gemächlichen Aufstieg) jetzt mit dem "Hallenhaus" eine originelle und weithin sichtbare Landmarke präsentiert. Gleichzeitig ist dies der höchste Punkt des Jubiläumswegs mit tollen Weitblicken in die Umgebung. Bergab geht es auf der anderen Seite über die Himmelstreppe, von der man aber, bevor ihr Fuß erreicht ist, vorzeitig abzweigt. Nach einem Kilometer kommt die alte Zeche "Friedrich-Heinrich Schacht 3" in Sicht, von der eine waldgesäumte Straße bis zur L 476 führt. Hier wartet der nächste Wirtschaftsweg, an Feldern und Höfen vorbei und dem nächsten Highlight entgegen: Einem kleinen Waldgebiet, durch das sich auf etwa anderthalb Kilometern ein toller Pfad über die Anhöhe des Rayener Bergs schlängelt. Der lockere Wechsel aus Wald und offener Landschaft setzt sich fort, was diesen nördlichen Bogen um Neukirchen-Vluyn herum etwas kurzweiliger als die südliche Tour macht. Nach der sonnigen "Mühlenstraße" folgt der schattige Fluynbusch, wo sich der Wanderweg fast linealgerade hindurchzieht. Dafür präsentiert sich der nächste Pfad - zwischen Waldsaum und dem "Theisfeld" entlang  - aber schon wieder umso uriger und reizvoller. Und er ist Vorbote des mit Abstand größten Waldes am heutigen Tag: Dem Staatsforst Rheurdt - oder einfach: die "Littard". Während dieses Schutzgebiet in seinem nördlichen Teil von Stillgewässern ehemaliger Torfkuhlen umgeben ist, bildet das Kernstück eine etwa 25 Hektar große Naturwaldzelle. Mit den Littardkuhlen schließen sich an der östlichen Seite weitere Torfstichmulden an, die von zahlreichen Wasservögeln besiedelt sind. Auf seinem letzten Abschnitt nach Neukirchen-Vluyn zurück präsentiert sich der Jubiläumsweg dann ebenfalls noch einmal von einer sehr schönen, wenn auch ungewohnten Seite: Denn er führt hier über holprige und teils mit hohem Gras überwachsene Pfade zur Leyenburger Wiese zurück, wo sich der Kreis des "Jubiläumswegs" nach insgesamt 45 Kilometern schließt.Fazit: Eine sehr schöne und auch charakteristische Wanderstrecke durch die weitgehend offene Landschaft des linken Niederrheins. Der Asphaltanteil ist recht hoch, tut dem Gesamterlebnis aber keinen Abbruch. Wer die Region liebt, sollte sich diesen Rundweg nicht entgehen lassen!

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Der Jubiläumsweg Neukirchen-Vluyn (1) Niepkuhlen, Waldwinkel und der Klingerhuf

Nach den endlos vielen Höhenmetern der letzten Zeit bekam ich zur Abwechslung mal wieder Lust auf ein "Flachland-Abenteuer". So entschloss ich mich, den "Jubiläumsweg Neukirchen-Vluyn" zu wandern, den Jürgen Weiß ("Wanderwegewelt") im Jahr 2021 anlässlich der 40-jährigen Stadtrechte eben jenes Niederrheinischen Ortes ins Leben gerufen hat.Da mir die drei empfohlenen Etappen aber jeweils zu kurz waren und die komplette Runde mit ihren 45 Kilometern zu lang, teilte ich die Strecke in zwei Etappen auf. Deren jeweilige Start- und Zielpunkte orientieren sich an der quer durch die Stadt verlaufenden "Niederrheinallee", was gleichzeitig auch eine günstige Busverbindung zur jeweils anderen Ortsseite mit sich bringt. Und der Vluyner Friedhofsparkplatz (Zufahrt gleich links neben der Tankstelle) eignet sich so auch als idealer Abstellort für den Wagen.Diese erste, 22 Kilometer lange Etappe widmet sich nun zunächst dem südlichen Umland Neukirchen-Vluyns. Sie startet mit einem Privatweg der Gutsverwaltung Bloemersheim, der gegenüber von Schloss Leyenburg von der Hauptstraße abzweigt. Ein kurzes Waldstück und ein Wohngebiet des zu Rheurdt zählenden Örtchens "Neufeld" leiten anschließend zur Unterführung der A40, hinter der der erste von zahlreichen Wirtschaftswegen beginnt. Und die werden den heutigen Teilabschnitt zweifellos dominieren. Ja, der Asphaltanteil ist nicht unbeträchtlich, aber er gehört auch irgendwie zum typisch Niederrheinischen Erscheinungsbild dazu. Richtig verwunschen, weil meist hinter dichtem Buschwerk versteckt, wirkt dagegen die Niep: eine versumpfte Altstromrinne des Rheins, die heute weitgehend unter Naturschutz steht und mit ihren Mooren und Tümpeln zahlreiche Wasservögel anlockt. Mit der "Waldwinkelkuhle" ist das nächste Naturschutzgebiet nur einen Steinwurf entfernt. Hinter ihm bildet dann ein Obstbaumpfad den Übergang zu weiteren asphaltierten Feldwegen zurück. Während die ab und zu durch den einen oder anderen unbefestigten Wiesenweg unterbrochen werden, bleibt das offene Landschaftsbild für die nächsten 12 Kilometer konstant - aber das in vielen Facetten. Einmal mit dem weithin sichtbaren, bewaldeten Höhenzug des Hülser Bruchs und der gerade noch aus den Bäumen hervorragenden Aussichtsturm-Spitze, später sind es beispielsweise die Schrebergärten am Hohenforster See.Zwei Mal, aber jeweils nur für eine kurze Distanz, lernt man zwischendurch auch den alleegesäumten "Grafschafter Wanderweg" kennen, dessen ehemalige Trasse die "Crefelder Eisenbahn" entlanggedampft ist - bis sie 1950 stillgelegt wurde. Nur auf einem Teil der Strecke und bei besonderen Anlässen verkehrt der bis heute im Volksmund liebevoll genannte "Schluff" noch als Museumsbahn.Die kleine Ortschaft Luit ist eine weitere der wenigen Ansiedlungen, die auf dem heutigen Weg zu finden sind. Reich bestückte Brombeersträucher dagegen warten dank der Jahreszeit gerade an fast jeder Ecke. Was dazu führte, dass meine Wandertour wegen meines akuten Naschdrangs immer wieder ins Stocken geriet. Auf der Steinbrückenstraße geht es wieder auf die nördliche Seite der A40 zurück, und tatsächlich wartet hier mit dem "Klingerhuf" kurz vor dem Ende noch mal ein sehr schönes Waldgebiet. In dessen Mitte verbirgt sich sogar eine kleine Heidefläche. Nur wenig später erreicht man - über die Gleise der "Moerser Kreisbahn" hinweg - die Niederrheinallee, wo die Bushaltestelle "Herkweg" das Ende meiner ersten Etappe markiert. Ein schöner Tag in meiner alten Heimatregion, die schon jetzt Vorfreude auf ihre Fortsetzung macht.Startpunkt: Friedhofsparkplatz, Niederrheinallee 363, Neukirchen-Vluyn (Alternativ: Bushaltestelle "Leyenburg"),Zielpunkt: Bushaltestelle "Herkweg", Neukirchen-Vluyn.

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