Der Bergische Weg (3) Von Mettmann nach Gräfrath



Freitag,
17.03.2023

Kilometer
21,6

Höhenmeter
248 / 204

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Im Gegensatz zu den ersten beiden Etappen kommt die heutige Teilstrecke des Bergischen Wegs vergleichsweise moderat daher. Aber auch wenn diesmal richtig steile Anstiege weitgehend ausbleiben und auch die Trittsicherheit dank meist bequemer Wege nicht allzu hohe Anforderungen stellt - unterschätzen sollte man das Bergische Land keinesfalls.

Mein Startpunkt lag mit der Haltestelle "Kölnische Straße" gerade noch so im Kreis Mettmann. Steigt man hier aus dem Bus, befindet man sich bereits nach zehn Schritten in Wuppertal. Und obwohl meine heutige Strecke letztlich in Solingen-Gräfrath endete, führt ihr überwältigender Teil über das Gebiet der Stadt Haan.

Hinter dem kleinen Röhrentunnel der S-Bahn-Gleise nähert man sich über eine Hochebene dem Rittergut Schöller. Im Tal hat dann kurze Zeit später die Düssel ihren Auftritt. Dem durch die jüngsten Niederschläge merklich angeschwollenen Bach folgt der Weg eine Weile, bis (links abgehend) ein kurzer steiler Hang auf den Hermgesberg zu erklimmen ist.

Dem Waldsaum am etwas versteckt liegenden Osterholzer Bach entlang folgen sanft hügelige Wiesen, bevor es südlich der K 20 durch das kleine Waldgebiet "Osterholz" geht. Zurück auf der nördlichen Straßenseite, erlebte ich eine Enttäuschung, denn das Wildgehege (noch von meiner Neanderland-Tour in guter Erinnerung) scheint inzwischen keine Tiere mehr zu beherbergen.

Darüber tröstet aber schon bald die beeindruckende Kulisse von "Grube 7" hinweg: Einem ehemaligen Kalksteinbruch, der heute ein Naturschutzgebiet ist. Der gesicherte Weg führt in Höhe der Abbruchkante um die gewaltige Grube herum, in der sich seit ihrer Stilllegung zahlreiche Tier- und Pflanzenarten angesiedelt haben.

Jenseits der L 423 kommt das historische Gruiten-Dorf mit seinen malerischen Fachwerkhäusern in Sicht. Dem schließt sich - und hier gesellt sich erneut die Düssel dazu - das beschauliche Neandertal an. Gleich mehrfach wird der Bach während dieser drei Kilometer auf kleinen Holzbrücken überquert.

Im neuen Ortszentrum von Gruiten orientiert sich der Weg meist an den Bahngleisen, bis er, wieder im Ländlichen, irgendwann rechts abbiegt. Kurz darauf muss man aufpassen, denn der vom Asphaltweg nach links abgehende Pfad, auf dem sich der "Bergische Weg" fortsetzt, ist aktuell nicht markiert. Wer den übersieht, wandert von hier aus unweigerlich in die falsche Richtung.

Am Ende dieses Pfades wartet dann - wenn auch nur kurz - der blanke Horror. Denn mit der B 228 und der L 357 kreuzen sich hier nicht nur zwei der wohl befahrensten Straßen im Bergischen Land, zu allem Überfluss ist auch die A 46 nicht weit. Über deren Geräuschkulisse können auch die kleinen idyllischen Schrebergärten nicht hinwegtäuschen, an denen der Weg hier entlang führt.

Die Sache entspannt sich aber, sobald die "Korkenziehertrasse" erreicht ist. Ein Radweg, der bis nach Solingen-Grünewald führt, und über den es bis ins heutige Etappenziel nach Gräfrath nur noch ein Katzensprung wäre. Doch glücklicherweise zieht der Bergische Weg stattdessen noch einen südlichen Bogen, und das hat landschaftlich zwei hochattraktive Gründe.

Der erste ist der Holzer Bach, auf den man gleich hinter der Hofschaft Fürkeltrath trifft. An Kopfweiden vorbei und später durch einen Wald folgt man ihm bis zur Bausmühle.

Hier, im kleinen Eschbach, verabschiedet sich dann auch endgültig die Route des Neanderlandsteigs, die seit Neviges identisch mit der des Bergischen Wegs war. Beide Wege wenden sich nun - in jeweils entgegengesetzter Richtung - der Itter zu, dem zweiten malerischen Flüsschen in kurzer Zeit.

An ihm entlang kommt man nordostwärts in Solingens kleinsten Stadtbezirk Gräfrath. Ein schönes historisches Örtchen, wo ich meine heutige Tour nach 22 Kilometern dann auch beendete.

Startpunkt: Bushaltestelle "Kölnische Straße", Mettmann
Zielpunkt: Bushaltestelle "Gräfrath", Solingen.

 


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