Die Sauerland-Waldroute (2) Langer Berg, der Maxstollen und das Kyrill-Tor



Mittwoch,
25.10.2023

Kilometer
22,8

Höhenmeter
↑ 689 / ↓ 529

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Noch im Dunkeln sind wir heute in Bestwig zu unserer nächsten Waldrouten-Etappe gestartet. Zu Beginn hüllte sich der Ort in dichten Bodennebel. Der aber lichtete sich, kaum dass wir die Elpestraße erreichten, die oberhalb eines Kreuzweges liegt. Von dort konnten wir über Ostwig hinweg dann auch die Talbrücke von Nuttlar sehen. Ein erster toller Panoramablick, und dem sollten auf dieser Etappe noch einige weitere folgen.

Bevor es soweit war, ging es aber zuerst wieder hinunter zur Elpe. Dort, an der Steinberger Schutzhütte, setzte der erste richtige Anstieg ein. Anfangs noch waldreich, kommt man bald auf einen Schotterweg, der an der Südseite des Losenbergs ein leicht abfallendes Wiesengelände überquert. Dort präsentiert sich - mit einem Blick auf Gevelinghausen und die malerische Hügellandschaft im Hintergrund - bereits die nächste schöne Aussicht.

In den Olsberger Ortsteil Bigge führt dann ein steiler Wurzelpfad hinunter. Dort wird die Ruhr überquert, bevor auf der anderen Seite ein wieder rasch ansteigender Hangweg wartet. Und erneut darf man in südliche Richtung viele Weitblicke schweifen lassen, während auf der Gegenseite ein dichtbewaldeter Berghang vorbeizieht. 

Anschließend leitet ein kurzer steiler Pfad den Aufstieg auf den "Langer Berg" ein. Eine Bergkuppe, deren Weg sich über drei Kilometer hinzieht und dabei links und rechts von Wald gesäumt wird. So bleiben Weitsichten, die diese Etappe sonst vielerorts dominieren, hier vorübergehend aus. 

Jenseits der K 15 präsentiert sich der nächste Abschnitt dann um so spektakulärer, wo der Weg in mehreren Windungen zwischen Zwöllberg und Eisenberg hindurchführt - zwei fast 600 Meter hohen Erhebungen. Hier lässt sich bei einem Blick zurück auch gut erkennen, was für ein anspruchsvolles Gelände man mit dem "Langer Berg" erst kurz zuvor bewältigt hat. 

Dann verschluckte uns wieder der Wald, wo ein steiler Pfad kurzzeitig den Hauptweg verlässt und nach links zum historischen "Maxstollen" führt. Wo zwischen 1794 und 1916 Eisenerz gefördert wurde, haben jetzt mehrere Fledermaus-Arten ihren Unterschlupf gefunden. 

Über Stufen gelangt man zurück auf den Hauptweg hinunter. Aber auch der wird immer wieder mal zu einem herrlichen schmalen Pfad, der sich zeitweise auf felsigem Untergrund den Berghang entlang schlängelt. Und noch einmal: Immer wieder lohnt sich ein Blick zurück auf die sich bis zum Horizont erstreckenden und gerade hier besonders eindrucksvoll wirkenden Berge und Hügel des Hochsauerlands. 

Dann gesellt sich an einer Wegkreuzung zu unserem vertraut grün-weißen Wegelogo plötzlich ein rotes dazu: Der Rothaarsteig gibt sich die Ehre, um während der nächsten zweieinhalb Kilometer (vor allem am stetigen Plätschern der kleinen Hilbringse entlang) seinen Weg mit der Sauerland-Waldroute zu teilen. Und Appetit anzuregen auf ein - vielleicht in der Zukunft liegendes - neues Wanderabenteuer?

Am Kyrill-Tor, dessen imposante Fichtenstämme an die Zerstörungskraft eines der schlimmsten Wirbelstürme in NRW erinnern, trennen sich die beiden Fernwanderwege wieder. Und während wir uns in östliche Richtung weiter auf Brilon-Gudenhagen zubewegten, begann sich der Himmel nach einem fast durchgehend sonnigen Tag plötzlich zu verdunkeln. Das Regenband, das uns von Westen her die ganze Zeit über gefolgt und dabei immer nähergekommen war, würde uns bald eingeholt haben.

Aber das konnte uns egal sein. Denn eine halbe Stunde, nachdem wir das Kyrill-Tor passiert hatten, erreichten wir in der Nähe des Landgasthofs Gruß jenen Punkt, an dem wir die Sauerland-Waldroute für heute verlassen wollten. Die letzten drei Kilometer wanderten wir stattdessen ins Zentrum von Brilon hinein, von wo wir uns - gerade noch rechtzeitig vor dem einsetzenden Regen - mit dem Bus zu unserem Startpunkt zurückbringen ließen. 

Startpunkt: Am Alten Güterbahnhof (P&R-Parkplatz), 59909 Bestwig,
Zielpunkt: Bushaltestelle "Brilon Markt".

 

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